EMDR

EMDR

Die Abkürzung EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing. EMDR wurde Ende der 80er Jahre von der amerikanischen Psychologin Francine Shapiro zur Behandlung traumatisierter Menschen entwickelt, zeigt sich aber auch bei anderen Störungsbildern, die durch belastende Erlebnisse mit verursacht wurden, ebenfalls als wirksam, z.B. bei

  • Anpassungsstörungen,
  • traumatischer Trauer nach Verlusterlebnissen,
  • akuten Belastungsreaktionen kurz nach belastenden Erlebnissen,
  • depressiven Erkrankungen und Angststörungen,
  • belastungsbedingten Verhaltensstörungen von Kindern,
  • chronischen komplexen Traumafolgestörungen nach schweren Belastungen in der Kindheit.

Neuere wissenschaftliche Studien (Ostacoli 2018, Hase 2008, Schneider 2007) zeigen, dass EMDR auch in der Behandlung von Depressionen, Phantomschmerzen und der Senkung der Rückfallneigung bei Alkoholkranken wirksam ist.

„Normale“ Erfahrungen speichern wir im Gedächtnis, indem sie sortiert und mit bisherigen Inhalten verknüpft werden. Ein Trauma hingegen wird vermutlich nicht normal einsortiert, sondern mitsamt allen dazu gehörenden Sinneseindrücken und Gedanken separat gespeichert. Später kann alles, was an das Trauma erinnert – ein lauter Knall, ein Geruch, eine Berührung – dazu führen, dass der Betroffene das Gefühl hat, die Situation nochmals zu durchleben. Angst, Hilflosigkeit und körperliche Reaktionen wie Atemnot und Herzrasen können die Folge sein.

Forscher gehen davon aus, dass im Traum Erinnerungen sortiert und im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. Die schnellen Augenbewegungen während der EMDR Therapie sollen die Augenbewegungen simulieren, die wir machen, wenn wir träumen. Dadurch wird die emotional bisher nicht vollständig verarbeitete Erinnerung hervorgeholt, mit dem Gefühl der relativen Sicherheit verknüpft und neu abgespeichert. Die rhythmische Stimulierung der Augen erleichtert es dem Betroffenen,  sich zu entspannen und die bedrohlichen Erinnerungen an neutrale Reize zu koppeln. So lernen die Betroffenen, dass die Erinnerungen nicht bedrohlich sind. Das liegt daran, dass das Gedächtnis alles miteinander verknüpft was häufig gepaart auftritt. Ähnlich wie bei Höhenangst wird die Angst immer geringer, je öfter man sich ihr stellt. Ziel ist es, dass sich Betroffene nicht mehr hilflos in die Situation zurückversetzt fühlen, sondern die Erinnerungen „normal“ wahrnehmen und aushalten können.

Die EMDR Methode folgt einem standardisierten Ablauf, der in der Regel 8 Behandlungsphasen umfasst. Es beginnt mit dem Erfassen der kompletten Vorgeschichte und Aufklärung des Klienten, dem Stellen einer Diagnose, und dem Herausarbeiten der belastenden Erinnerung, die verarbeitet werden soll – mit all ihren Komponenten. Die EMDR-Therapie benötigt nachweislich 40% weniger Behandlungsstunden als andere bewährte Verfahren (van Etten 1998). Nach einer erfolgreichen EMDR-Therapie erleben die meisten Patienten eine entlastende Veränderung der Erinnerung, die damit verbundene körperliche Erregung klingt deutlich ab und negative Gedanken können (auch von der Gefühlsebene her) neu und positiver umformuliert werden.

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